Gnadengesuch an Alexander Schweitzer Ministerpräsident von RLP

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Gnadengesuch für Alfred Becker

Antrag auf Überprüfung aller Verfahren durch eine unabhängige Kommission, die nicht der Behörde der Staatsanwaltschaft Mainz unterliegt.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer

Ich, Angela Herbst, stelle im Namen meines Bruders, Alfred Becker (geboren am 04.01.1967 in Essen, derzeitige Wohnadresse: In den Mühläckern 21, 67575 Eich), ein Gnadengesuch und bitte um die Überprüfung sämtlicher Verfahren durch eine unabhängige Kommission, die nicht der Staatsanwaltschaft Mainz untersteht.

Meine Familie hat in den letzten 30 Jahren verschiedene, schwierige Lebenswege durchlaufen. Meine Mutter, ehemaliger Tennisprofi in den 50er Jahren, verstarb 2024. Sie hatte uns, ihre Kinder, aufgrund ihrer Bemühungen, die Karriere meines Bruders Alfred als Tennisprofi zu fördern, oft weniger gefördert und beachtet.

Leider trugen auch familiäre Konflikte, die unter anderem durch die geschiedene Frau meines Bruders Alfred und der Tod seines Sohnes, zugleich sein schweren Unfall 1998 der von unserem Bruder Andreas verursacht wurde, zu einem unauflösbaren Bruch innerhalb der Familie bei.

Nach diesem Unfall sah ich meinen Bruder Alfred zum letzten Mal auf der Intensivstation an Schläuchen angeschlossen und einer von den Ärzten ausgesprochenen geringen Überlebenschance. Seitdem brach der Kontakt zwischen uns Geschwistern und Alfred ab und schon während der Polizeilichen Untersuchung zu den Folgen des Unfall sprach Bruder Andreas seit diesem verhängnisvollen Tag kein Wort über den Unfall.

Erst Ende 2016 stieß ich zufällig auf eine Internetseite von Alfred, auf der er seine schwere Lage schilderte, dass er unschuldig im Gefängnis saß und gegen seinen Nachbarn kämpfte, wie dieser sein Leben zerstörte.

Zu dieser Zeit entschieden meine Schwester, mein Bruder Andreas und ich, nicht zu intervenieren und Kontakt zu Alfred Aufzunehmen. Andreas nahm jedoch 2016 Kontakt mit Alfred auf, von dem wir nichts wussten.

Alfreds erste Nachricht an Andreas war über vierzig Seiten lang und enthielt eine Entschuldigung für alles, was die Tennis-Karriere Alfreds unserer Familie angetan hatte. Am Ende berichtete er von seiner Situation mit seinem Nachbarn und seiner Ungleichbehandlung durch das Nachbarschaftsrecht von Rheinland-Pfalz und seinen Verurteilungen.

Im November 2022 verstarb unser Vater nach kurzer, schwerer Krankheit. Alfred wurde zur Beisetzung eingeladen, und bei unserem ersten persönlichen Treffen seit Jahren erkannten wir, dass er immer noch mit den Folgen des Unfalls von 1998 zu kämpfen hatte. Wir waren erschrocken über seinen Zustand und stellten klar, dass unsere Mutter von seinen Problemen ferngehalten werden sollte.

Über die Monate baute sich das Vertrauen unter uns Geschwistern wieder auf, schon zu dieser Zeit zeigte sich, dass Alfred sehr schwer zu leiden hatte. Doch als es ihm eines Tages besonders schlecht ging, seine Lebensgefährtin davon sprach dass er von Rache, Mord und Totschlag sprach, entschied meine Schwester, ihm einen Platz in einer psychiatrischen Einrichtung zu besorgen.

Mein Bruder Andreas nahm dann Kontakt mit seiner Lebensgefährtin auf, fuhr nach Eich und nahm 20 Ordner voller Unterlagen mit. In der Zeit unserer Einsicht in die Akten wurden die Ausmaße der ungerechtfertigten Verfolgung durch die Polizei und Justiz deutlich.

Nachdem wir, die Geschwister, diese Unterlagen studierten wurden uns klar zu was für ein Land sich Deutschland entwickelt, dass, wenn wir uns einmischen würden, auch wir mit einer ungleichen Polizei- und Justizbehandlung konfrontiert werden könnten. Verängstigt und zugleich traurig über das Ausmaß des erlebten Unrechts, begleitete ich Alfred in seine Heimat und fuhr dann beschämt zurück weil ich meine Hilfe unterlies.

Wie schon angemerkt verstarb 2024 unsere Mutter. Während der Beisetzung zeigte Alfred außergewöhnlich starke emotionale Reaktionen, was einen Nervenzusammenbruch noch während der Beisetzung zur Folge hatte, der eine Krankenhausbehandlung erforderte. In persönlichen Gesprächen deutete er immer wieder an, dass er sich rächen wolle. Dies und andere Vorkommnisse haben uns tief erschüttert, besonders da unser Bruder, der in den ersten 25 Jahren seines Lebens „heller als die Sonne“ schien, jeden zum Lachen brachte und es kein Problem gab das er mit seiner lustigen Art nicht bewältigen konnte, nun von mörderischen Gedanken sprach.

Am 23. Dezember 2024 nahm mein Bruder Andreas an der  Hauptverhandlung von Alfred am Amtsgericht Worms teil und kam erschüttert zurück.

Andreas brachte eine komplette Aufzeichnung der Verhandlung mit. Als wir uns diese anhörten, waren wir erneut entsetzt. Für unbewiesene Bagatelldelikte und Lügen von Polizisten und des Hauptbelastungszeugen, Herrn Heck, sollte Alfred nun achtzehn Monate in Haft kommen? Wir übergaben das Band einem Strafverteidiger, der wie wir entsetzt anmerkte: „Das ist schlimmer als die Schauprozesse im Iran.“

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Alfred sieben Monate Haft verbüßen muss, da sein Bewährungswiderrufsverfahren einseitig bearbeitet wurde und viele entlastende Fakten nicht berücksichtigt wurden. Noch kurz vor der Bekanntgabe dieser Entscheidung stand er kurz davor, das sein befristeten Arbeitsvertrag nach 12 Jahren Verfolgung verlängert werden Sollte. Die letzten Monate sprach er stolz davon dass er es „Trotz der unberechtigten Verfolgung durch Polizei und Justiz geschafft hat. Doch aufgrund der negativen Haftnachricht musste er dies seinem Arbeitgeber mitteilen, der daraufhin den Vertrag mit Ablauf des 06.03.2025 nicht verlängerte.

Mein Bruder ist nun so verbittert, dass er bereits einen Notartermin für den 10. März 2025 vereinbart hat, um alle notwendigen Schritte für sein Ableben in der JVA zu regeln.

Ich, Angela Herbst, bitte Sie, Ministerpräsident Alexander Schweitzer, zu veranlassen, dass eine unabhängige Kommission unter Ihrer Leitung die Strafsachen meines Bruders Alfred Becker prüft. Es sollte nicht nur ein Gnadenakt erfolgen, sondern auch eine Neubewertung der Verfahren, die im Rahmen dieses Gnadengesuchs dann einen Gnadenakt erlässt und das unter Berücksichtigung aller relevanten, entlastenden Informationen, die auch das gerechtfertigte Verhalten von meinen Bruder der letzten 13 Jahren gegenüber der Justiz berücksichtigt und auf den Prüfstand stellt.

Ende meines Vorbringens für das Gnadengesuch für Alfred Becker, geboren am 04.01.1967 in Essen, wohnhaft In den Mühläckern 21, 67575 Eich

Mit freundlichen Grüßen,
Angela Herbst

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By Tom Rebbalter

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